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"Ministrieren ist eine coole Sache"

Katrin und Alexander Gsponer entzünden Adventskerzen in der Pfarrkirche Hellbühl. Foto Erwin Ottiger
Katrin und Alexander Gsponer engagieren sich als Ministranten in der Pfarrei St. Wendelin in Hellbühl. Motiviert sich freiwillig zu engagieren durch die ältere Schwester und die Eltern, finden die beiden das Ministrieren eine coole Sache.

Erwin Ottiger

Der Fünftklässler Alexander Gsponer spielt fürs Leben gern mit seinen Ziegen «Lisi» und «Berta». Draussen herumzutollen auf dem Hof Stechenrain sei für ihn spannend und abwechslungsreich. Seine Ziegen gäben zwar keine Milch, beim Spazieren mit ihnen habe er aber schon oft lustige Sachen erlebt, sagt der 12-Jährige mit funkelnden Augen. Auch seine um ein Jahr ältere Schwester Katrin ist kein Stubenhöcker. Auch sie hält sich gerne draussen auf – besonders gern mit ihren Lieblingstieren – den Katzen auf dem Hof.
So quasi in Eigenwerbung in der Familie seien die beiden zum Ministrieren gekommen. «Meine Eltern (Rolf und Verena Gsponer-Ineichen, Anm. d. Red.) und ganz besonders meine ältere Schwester Ramona haben mich für diese Aufgabe animiert», betont Katrin. Kopfnickend bejaht auch Alexander diese Aussage.
Gaben bringen, Opfer einziehen, Kerzen tragen, das Buch für die Lesung bringen, dies seien die wichtigsten Aufgaben. Dazu komme das Mittragen des Weihrauch- und Weihwassergefässes bei speziellen Gottesdiensten oder bei Beerdigungen. «An einer Beerdigung zu dienen ist schon schwieriger als bei einem normalen Gottesdienst. Die vielen anwesenden Leute, aber auch wenn man die verstorbene Person näher gekannt hat, ist das dann auch für uns ein trauriger Anlass.» Junge Menschen möchten doch am Sonntag oder auch in den Schulferien möglichst lange ausschlafen. Wie ist das bei euch? «Nein, nein», sagt Alexander überzeugt, «ich bin meistens um halbacht am Morgen wach - ohne Wecker!» Auch Katrin betont, dass sie keine Langschläferin sei. «Am Sonntag früh aufstehen, um in den Gottesdienst zu gehen, macht uns gar nichts aus.»

Pflichtbewusst sein
Alexander ministriert nun schon seit zwei Jahren, Katrin bereits seit vier Jahren. Über die Bedeutung ihres Engagements gefragt, sagen beide, «dass das Miteinander uns Spass bereitet. Es wird niemand ausgelacht, wenn einmal etwas falsch gemacht wird. Wir haben es einfach gut miteinander. Die Gemeinschaft rund um den Altar ist spürbar – viel grösser als wenn man hinten in der Kirche sitzt.» Damit die 26 Ministrantinnen und Minis-tranten zusammen mit den vier Leiterinnen es gut haben untereinander, spielt die Sakristanin Margrit Riedweg eine entscheidende Rolle. Ob sie mit ihrer «Chefin» zufrieden seien, will ich von den beiden wissen. Beide lachen, «Ja klar, wenn wir etwas nicht wissen, können wir immer fragen. Cool ist auch immer der Ausflug im Sommer, sowie die anderen gemeinsamen Aktivitäten, beispielsweise der Chlaushock.» Gibt es auch Erlebnisse die haften blieben? Alexander berichtet mit leuchtenden Augen von seinem ersten Einsatz als Ministrant: «Allecheibs esch passiert! Ich wäre am liebsten davongelaufen. Zu lange und dann auch noch im falschen Moment habe ich mit dem Glöckchen geläutet.» Die Gottesdienstbesucher hätten ihm das sicher nicht übel genommen, beruhigt Margrit Riedweg. «Heute hat Alexander alles bestens im Griff.» Bei Katrin’s erstem Ministrieren habe ein Pfarrer – nicht wie üblich – Gemeindeleiterin Maria Raab, die Messe gehalten. «Da hat es viel zu grinsen gegeben», erinnert sich Katrin. Ein dickes Lob kommt von Margrit Riedweg. «Katrin und Alexander sind, wie auch alle anderen Minis, sehr pflichtbewusst. Das ist ganz wichtig für mich. Auch während den Schulferien, ganz besonders an Beerdigungsgottesdiensten muss Verlass sein auf die Ministranten.» Dass sie auch in diesen Situationen gerufen werden können, zeichnet die Kinder und Jugendlichen für ihr freiwilliges Engagement ganz besonders aus.
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