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Anzeiger vom Rottal
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Im Einsatz für geheimnisvolle Untermieter

Giselle Knüsel-Buchs in ihrem Garten in Rüediswil. Foto Gertrud Kaufmann-Meyer

 

Fledermäuse sind vomAussterben bedroht und daher bundesrechtlich geschützt. Seit acht Jahren engagiert sich Giselle Knüsel-Buchs ehrenamtlich für den lokalen Fledermausschutz.


Gertrud Kaufmann-Meyer


«Fledermäuse haben einen schlechten Ruf. Es gibt heute noch viele Leute, die sich vor ihnen fürchten,» erklärt Giselle Knüsel gleich zu Beginn. Ein wichtiger Teil ihres Engagements ist deshalb die Aufklärungsarbeit. Sie besucht die oftmals nicht erfreuten Hausbesitzer einer entdeckten Fledermauskolonie vor Ort, hilft bei Problemen und zeigt ihnen die Vorteile auf. Wenn man bedenkt, dass eine Zwergfledermaus in einer Nacht um die 2 000 Kleininsekten vertilgt, lässt es sich leichter leben mit diesen unheimlichen Winzlingen. Mancher erkennt dann die Wichtigkeit dieser Nützlinge, welche schon vor mehr als 50 Millionen Jahren die Erde besiedelten, für das ökologische Gleichgewicht der Natur und darf sich sogar ein wenig stolz fühlen als auserwählter Gastgeber.

Forscher stehen vor Rätsel
Selbst bei Giselle Knüsel war es nicht Liebe auf den ersten Blick, als sie Freunde bei der Betreuung der Fledermauskolonie in St. Ottilien unterstützte. Als dann vor acht Jahren die Anfrage vom Kanton kam, sich für den lokalen Fledermausschutz einzusetzen, liess sich die gebürtige Fribourgerin über zwei Winter in Intensivkursen über das breite Thema Fledermausschutz ausbilden. Erst durch dieses Wissen und durch eigene interessante Erfahrungen, die sie im Laufe der Zeit machte, wuchs in ihr jene Leidenschaft mit der sie sich heute für den Fledermausschutz in Ruswil, Wolhusen und Werthenstein einsetzt. Rund 20 Schulklassen hatte sie dieses Jahr besucht und von den lebend mitgebrachten, geheimnisvollen Tieren erzählt, wo man bis heute noch nicht herausgefunden hat, wo sie ihre Winterquartiere beziehen. «Besonders spannend finde ich, dass die Fledermäuse, obschon die Wissenschaft stets voran kommt, noch einige Rätsel für die Forscher bereiten», schmunzelt die 57-jährige. Eine wichtige Aufgabe, doch eher eine Unliebsame, nennt die sympathische Tierschützerin das schriftliche Erfassen von Daten und Berichten, welche alljährlich dem Kanton weitergeleitet werden müssen. Lieber ist Giselle Knüsel im Sommer morgens früh oder abends spät mit dem Detektor unterwegs, um neue Fledermauskolonien in unserer Gegend zu entdecken.

Flugschule in der Waschküche
Zu Hause in Rüediswil hat die gelernte Krankenschwester eine Pflegestation für Fledermäuse eingerichtet. So können die verletzten Flügel der Fledermäuse in Schutz vor natürlichen Feinden wie Katzen, Marder oder Greifvögel geheilt werden. Gefüttert mit Mehlwürmern hängen diese pelzigen Tierchen in speziellen Kästen. Die Flugschule befindet sich in der Waschküche. Dieses Jahr waren es 47 Fledermäuse, davon auch verlassene Babies, die bei ihr in Obhut waren. «Es ist wichtig, dass die Tiere möglichst schnell fliegen lernen, um sie dann in ihre Kolonien zurückbringen zu können».

Im Berggebiet aufgewachsen
Nebst der Begeisterung für den Fledermausschutz und den Naturschutzverein Ruswil, den sie seit fünf Jahren präsidiert, besucht die Mutter dreier erwachsener Kinder gerne hie und da ein Theater oder einen anderen kulturellen Anlass. Einmal im Jahr zieht es die engagierte Naturschützerin wieder zurück ins schöne Jauntal im Kanton Fribourg. Dort lernte sie bereits als kleines Mädchen gemeinsam mit ihrem Vater die Tier- und Pflanzenwelt kennen- und lieben. «Beim Alpabzug will ich unbedingt dabei sein», schwärmt sie mit ihrem charmanten französichen Akzent.

Bitte melden
Bei Entdeckung einer Fledermauskolonie oder einem Fledermausfund melden Sie sich bitte bei: Lokaler Fledermausschutz, Giselle Knüsel-Buchs, Ruswil, Telefon 041 495 33 88.

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