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Käthy Lütolf: «Spezielle, emotionale Verbindung»

Käthy Lütolf putzt den Lothar Brunnen, der im Gebiet «Helgentanne» steht, in der Zeit zwischen Frühling bis Winterbeginn in der Woche bis zu zwei Mal. Foto Michael Wyss

 

Käthy Lütolf ist eine Person, die schon immer gerne Freiwilligenarbeit leistete. Heute trifft man sie regelmässig in der «Helgentanne» des Ruswiler Schächbühlerwaldes an. Und das hat seinen Grund.

Michael Wyss


Die Spuren des Sturms Lothar, der am 26. Dezember 1999 unter anderem auch über die Schweiz hinwegfegte, sind auch im Schächbühlerwald immer noch ersichtlich. Heute erinnert auch der Lothar Brunnen, welcher die Korporation Dorf Ruswil zwei Jahre später im Gebiet «Helgentanne» erstellte, an dieses Naturereignis. Früher diente der Brunnentrog Pferd und Ochs auf dem Dorfplatz, heute liefert er bestes, kontrolliertes Quellwasser, welches ab der Röhre ohne Bedenken getrunken werden kann. Eine ganz spezielle Beziehung zu diesem Brunnen hegt die bald 70-jährige Käthy Lütolf. Zweimal wöchentlich ist sie während der Zeit zwischen Frühling und Winterbeginn (während dem Winter einmal monatlich) mit Besen und Schrubber unterwegs Richtung «Helgentanne». Sie reinigt den Lothar Brunnen und dessen Vorplatz: «Schon in den frühen Kindesjahren hielten wir uns immer im Schächbühlwald auf. Es ist ein Ort, der mir viel bedeutet und ans Herz gewachsen ist. Wir Kinder begleiteten unseren Vater, der Korporationsmitglied und Waldbesitzer war, oft zu Waldarbeiten, suchten Waldbeeren und Pilze oder machten sonntägliche Spaziergänge: «Daher kommt auch die spezielle und emotionale Verbindung zum Brunnen».

Begegnungsort und Treffpunkt

Die Besucherinnen und Besucher schätzen den Brunnen, der in einem guten Zustand ist, sehr und halten sich gerne in der «Helgentanne» (mit Grillplatz) auf, die in den wärmeren Monaten auch Begegnungsort und Treffpunkt ist: «Ich habe immer wieder schöne Begegnungen mit den Spaziergängern und den vielen Vita-Parcours Besucherinnen und Besucher. Sie schätzen meine Arbeit, die ich beim Lothar Brunnen verrichte. Die meisten nehmen einen Schluck Wasser und erfrischen sich.» Es gibt aber auch weniger erfreuliches, oder? «Ja, leider. Kleine und grosse Steine, genau so auch Holzstücke sind im Brunnen zu finden. Ganz schlimm ist, dass oftmals im Brunnen auch Essensreste, Abfall und Glasscherben zu finden sind, die ich entsorgen muss. Das ist für mich nicht nachvollziehbar». Käthy Lütolf musste auch schon mit Plakaten aufmerksam machen. Mit folgenden Worten: Wasser ist ein edles Gut, Trinke davon genug. Der Lothar Brunnen ist ein kostbarer Schatz, aber Unrat Steine und Hunde haben darin keinen Platz.

Aktiv am Dorfgeschehen

Heute geniesst der Lothar Brunnen einen grossen Stellenwert im Leben von Käthy Lütolf: «Wenn ich ihn nicht hätte, würde mir ehrlicherweise etwas fehlen», gesteht sie. Früher engagierte sie sich auch stark im Dorf für den Volleyballsport, beim Senioren-Schwimmen und half tatkräftig als Präsidentin der Baukommission der Eschkapelle an der Renovation und dem Unterhalt mit. Bereits vor der Renovation wurde Käthy Lütolf in die Pflegschaft gewählt: «Die Freiwilligenarbeit hat mich mein ganzes Leben begleitet. Ich habe das als eine grosse Bereicherung betrachtet und eine Art Lebenserfüllung. Eine gute Sache, die mich all die Jahre immer glücklich und zufrieden stimmte».

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