Home | Drucken | Kontakt
Logo
Anzeiger vom Rottal
Grindel 37
6017 Ruswil
041 495 19 19
redaktion@rottaler.ch

Werni Koch: «Habe gelernt zu organisieren»


Bild
Werni Koch während einer Sitzung des Produktionsteams von «Sense!» Foto Markus Egli

 

Werni Koch hat sich schon in ganz verschiedenen Bereichen freiwillig engagiert. Dahinter steckt auch die Überzeugung, dass ohne sie unsere Gesellschaft nicht funktionieren würde.

Markus Egli

«Ich war mit Vertretern zweier Firmen in der Klosteranlage und wir haben den Platz für die Tribüne ausgemessen», erzählt Werni Koch. Die Mitglieder des Produktionsteams des Werthensteiner Theaterprojekts «Sense!» hören gespannt zu. Werni Koch ist Chef des Ressorts Bau und damit verantwortlich nicht nur für die Tribüne, sondern auch für Beleuchtung, Bühne, Stromanlagen und vieles mehr. Eine nicht ganz einfache und vor allem auch eine zeitintensive Aufgabe für den 35-jährigen Werthensteiner. Und ein weiterer Einsatz ohne Bezahlung, wie schon viele zuvor. Begonnen hat sein freiwilliges Engagement im Alter von 16 Jahren, als Juniorentrainer des FC Ruswil. Eine Aufgabe, die ihm einiges an Erfahrung brachte. «Als Trainer lernt man, mit Menschen umzugehen», erklärt er. «Und gerade in Zeiten, in denen es nicht so gut läuft, merkt man, wie wichtig das Team ist.» Der menschliche Aspekt der Freiwilligenarbeit, das merkt man sofort, ist für Werni Koch sehr wichtig. Das Knüpfen von Beziehungen, das Kennenlernen neuer Menschen und der Umgang mit ihnen stehen für den vierfachen Familienvater im Vordergrund. «Ich finde es wichtig, dass man die Menschen kennt, und zwar dort, wo man zu Hause ist», meint er einfach.

Glitzernde Kinderaugen sind wunderbar


Zu Hause, das war und ist für Werni Koch praktisch sein ganzes Leben lang Werthenstein. Hier engagierte er sich immer wieder, sei es in der Guuggenmusig, in einem Jugendverein oder zehn Jahre lang auch in der Chlausgruppe. «Das Glitzern der Kinderaugen war etwas Wunderbares», erzählt er. Das sei eine schöne Anerkennung gewesen.
Anerkennung. Lange Zeit sprach man im Zusammenhang mit Freiwilligenarbeit nicht davon. Erst in den letzten Jahren wurde die ohne Bezahlung geleistete Arbeit quasi professionalisiert, es entstanden Standards und mit dem «Sozialzeitausweis» wurde ein Instrument geschaffen, mit dem sich der Nachweis von Einsätzen vereinheitlichen liess. Dem begegnet Werni Koch mit einer gewissen Skepsis, was mit seiner grundlegenden Motivation zusammenhängt. Freiwilligenarbeit ist für ihn selbstverständlich, da «unsere Gesellschaft ohne sie nicht funktionieren würde», wie er meint. Und fügt nach einigem Nachdenken hinzu: «Ich will halt nicht derjenige sein, der nur konsumiert.»
Natürlich profitiert der Werthensteiner auch ganz persönlich von seinen Einsätzen, erwirbt neue Fähigkeiten. «Ich habe gelernt zu organisieren und zu koordinieren», erzählt er. Zudem sei es schön, im Team auf ein gemeinsames Ziel hin zu arbeiten, wie aktuell beim Theaterprojekt «Sense!». Aber der selbstständige Metallbauer macht auch klar, dass die Ressourcen letztendlich begrenzt sind und dass es darum geht, diese gezielt einzusetzen; auch das eine Fähigkeit, die unter anderem durch die Freiwilligenarbeit geprägt ist. «Man muss Prioritäten setzen können», meint er. Aus diesem Grund liegt aktuell auch sein Engagement für den FC Ruswil auf Eis, denn nebst dem Theaterprojekt hätte das keinen Platz mehr gehabt - oder die Familie wäre zu kurz gekommen und das will er auf keinen Fall.

Anzeiger vom Rottal, Grindel 37, 6017 Ruswil, 041 495 19 19, redaktion@rottaler.ch
Created by C.I.S. AG