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Maria Sidler und Antoinette Birrer: "Kapellenengel" sind unterwegs

Antoinette Birrer (links) und Maria Sidler beim Altar in «ihrer» Kapelle im Betagtenzentrum Linde Grosswangen. Foto Monika Burger-Schwarzentruber

 

Seit dem Bau des Betagtenzent­rums Linde vor 23 Jahren ist Maria Sidler der gute Geist in dieser Kapelle. Seit rund 22 Jahren ist auch Antoinette Birrer mit dabei, um mit den betagten Bewohnern  Gottesdienst  zu feiern und die Kommunion jenen in die Zimmer zu bringen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen können.

Monika Burger Schwarzentruber


«Mir ist der Glaube sehr wichtig. Bereits im jugendlichen Alter habe ich mich für die Liturgie interessiert», erzählt Maria Sidler. Die 64-Jährige engagiert sich seit dem Bezug des Betagtenzentrums Linde für den Glauben der Bewohnerinnen und Bewohner. Einige in der damaligen Liturgiegruppe, in der sie Mitglied war, wurde dementsprechend angefragt. Ein Pfarrer fehlte zu dieser Zeit in Grosswangen. Maria Sidler erhielt den Auftrag, die Krankenkommunion in die Zimmer zu bringen. «Für die älteren Leute ist dieser Besuch wichtig», betont die Grosswangerin. Später half auch die heute 61-Jährige Antoinette Birrer mit. Nach und nach übernahmen sie, auch in Absprache mit dem neuen Pfarrer, ab und zu einen Wortgottesdienst sowie den Sakristanendienst in der Kapelle.

Starke Gemeinschaft
Da die Bewohnerinnen und Bewohner des Betagtenzentrums die Kirche nicht gut besuchen können, wird bei ihnen in der Kapelle wöchentlich Gottesdienst gefeiert. Seit kurzem wird der Sonntagsgottesdienst aus der Kirche nicht nur im Ton sondern auch im Bild per Fernseher direkt in die Kapelle und in die Zimmer des Zentrums übertragen. So sind die Pensi­onäre direkt am Geschehen beteiligt. «Man betet, singt und antwortet mit, wie man dies auch in der Kirche macht», freuen sich die beiden. Jeweils am Dienstagvormittag sind Antoinette Birrer und Maria Sidler im Betagtenzentrum anzutreffen. Sie richten den Altar, helfen beim Gottesdienst mit, feiern nach Absprache mit dem Pfarreileiter eigene Wortgottesdienste, bringen die Kommunion auch in die Zimmer und legen wenn nötig in der Cafeteria Hand an. Danach wird aufgeräumt und schon bald wieder für die nächste Woche vorbereitet. Inzwischen haben die beiden Grossmütter auch einen Spitznamen erhalten: Sie werden vom Heimleiter liebevoll «Kapellenengel» genannt. Die beiden sind sich einig: «Im Zentrum Linde herrscht bei den Gottesdiensten eine starke Gemeinschaft, wie man sie selten erlebt.»

Etwas weitergeben
Warum die beiden die unentgeltliche Arbeit als «Kapellenengel», Lektorin, Kommunionhelferin und Antoinette Birrer auch als Mitglied der Liturgiegruppe machen, ist für die beiden klar. Die Bäuerin Maria Sidler erklärt es so: «Diese Arbeit gehört zu meinem Leben. Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, ich könnte etwas dafür verlangen.» «Wir können den Leuten etwas weitergeben. Unser Lohn sind schöne Begegnungen und man schätzt unsere Arbeit. Ausserdem gewinnen auch wir durch die Gottesdienste etwas», ergänzt die Hausfrau Antoinette Birrer. Beide Frauen schätzen die gute Zusammenarbeit mit der Heim- und Pfarreileitung. Eine Selbstverständlichkeit sind für sie auch die empfohlenen Weiterbildungen. Der Dienstagvormittag im Betagtenzent­rum ist für beide fast «heilig». «Wenn immer es irgendwie möglich ist, sind wir da», erklären sie lachend.

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