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Anzeiger vom Rottal
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«Wir müssen gewillt sein, Neues anzunehmen»

Für den Ruswiler Pius Galliker birgt das Projekt sehr viel Potenzial für die Gemeinde und die Region. Foto zVg

Auf einer Landfläche von 40 bis 60 Hektaren soll im Rüediswiler Moos mit einem Investitions­volumen von rund 30 Millionen Franken ein Pferdesportzentrum von nationaler Bedeutung entstehen. Wir haben mit dem Projektleiter von Tirekt einGespräch geführt.

Interview Erwin Ottiger

Pius Galliker, welche Gründe sprechen für die Rottalgemeinde?

Sehr vieles. Ruswil liegt geografisch zur Schweiz sehr zentral und ist auch verkehrstechnisch (naher Autobahnanschluss, öffentlicher Verkehr mit Bus vor Ort und Bahn in Wolhusen) sehr gut erschlossen und innerhalb einer Stunde von Bern, Basel, Zürich, Zug und so weiter erreichbar. Es ist kein vergleichbares Projekt bekannt, welches sich so optimal in die Region, in die Natur, wie auch ins Landschaftsbild integrieren würde.

Interessant für mögliche Investoren?

Ja sehr interessant. Dies spüren wir auch in den Verhandlungen mit diesen Kreisen. Geld, zieht Geld an! Vergleichen Sie Las Vegas, Sankt Moritz, Shanghai oder Dubai. Nach heutigen Erkenntnissen ist das Projekt in der Nachhaltigkeit absolut unbedenklich. Dadurch wird auch die Investition langfristig abgesichert und demnach Interessant.

Welches wirtschaftliche Potenzial sehen Sie für Ruswil im Speziellen und für die Region?

Ruswil und auch die Region würde als innovative Gemeinde schweizweit und über die Landesgrenzen hinaus wahrgenommen. Das Projekt würde Ruswil bestimmt vorwärts bringen. Denken Sie an Nottwil mit dem Schweizer Paraplegi­kerzentrum, die wirtschaftliche Entwicklung in der Region Sursee oder das Entlebuch mit dem Biosphären-Projekt, um nur einige zu nennen. Im Weiteren würden mit der Billettsteuer, Gewinnsteuer, Lottosteuer, Kurtaxen und so weiter auch Steuergelder für die Gemeinde Ruswil und den Kanton Luzern generiert. Nicht zu letzt könnten auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Laut der Medienmitteilung birgt das Projekt grosses Potenzial an interessierten Investoren. Damit dieses Potenzial generiert werden kann, muss die Projektbewilligung ausgewiesen sein. Das heisst, dass einige Landbesitzer im Rüediswiler Moos ihr Grundeigentum zur Verfügung stellen müssen?

Ja, das wäre die Idealvorstellung.

Eine grosse Herausforderung für Tirekt?

Die Herausforderung ist, alle Wünsche zu erfüllen. Das Ziel ist jedoch genau definiert: Jeder Landwirt, der auch künftig herkömmliche Landwirtschaft betreiben will, soll dies tun können. Wir haben bereits mehrere Zusagen von Landwirten auch ausserhalb des gewünschten Geländes, die ihr Land als Kompensation zur Verfügung stellen würden. Zusätzlich zur Neumelioration würde es den weiterhin herkömmlich praktizierenden Landwirten zu optimaleren Parzellen­grössen näher beim Hof verhelfen.

Und die Landwirte, die sich für das Projekt entscheiden?

Sie werden Gewinnen, weil sie der aktuell schwierigen landwirtschaftlichen Situation ganz clever Paroli bieten. Die lukrativen Baurechtzinsen übertreffen wirtschaftlich gesehen jede landwirtschaftliche Produktion. Im Weiteren können wir diesen Landwirten einen Anstellungsvertrag im optimalen Verhältnis über Generationen in Aussicht stellen.

Zeichnet sich Widerstand ab?

Ja - und das akzeptieren wir auch mit grösstem Respekt. Wenn eine Neue ungewohnte Veränderung eintrifft, kommt immer gleich die Frage: Muss das sein? oder - könnte man...? wie auch / Ja –aber ? und vieles ähnliches mehr. Doch wir sind guter Hoffnung, denn wenn die Win-Win-Situation erkannt und anerkannt ist, wird es nur Gewinner geben.

Wie argumentiert Tirekt auf die Befürchtungen der Bevölkerung betreffs massiven Verkehrsaufkommens und Lärmbelastung?

Da können wir in jedem Fall beruhigen.

Inwiefern?

Ein Beispiel: Hat jemand von Ruswil das Verkehrsaufkommen an der Fohlenauktion in der Rütmatt negativ bemerkt? Dies entspricht nämlich dem Verkehrsaufkommen pro Tag an einem Rennweekend. Zudem werden die Besucherströme nicht zusätzlich zum Arbeitsverkehr auftreten. Die Zuschauer entwickeln in der Regel nur kurz vor den Zieleinläufen jubelnde Lautstärke, nicht zu vergleichen mit Chorgesängen an Fussballveranstaltungen. Weiter sind wir in Kontakt mit Vertonungsspezialisten, welche mit neuester Technik eine Art Richtstrahllautsprecher arbeiten und den Ton gezielt positionieren können.

Pius Galliker, welche Parameter müssen Ihrer Meinung nach erfüllt sein, dass das ehrgeizige Projekt realisiert werden kann?

Vor allem muss Ruswil und seine Bürgerinnen und Bürger gewillt sein, Veränderungen und Neues anzunehmen. Um dem Projekt zum Durchbruch zu verhelfen, ist das Verständnis, die Offenheit und die Mithilfe der Grundeingentümer und der Nachbarn sowie den Anstössern und der gesamten Bevölkerung von grosser Wichtigkeit.

Zur Person

Pius Galliker ist in Ruswil (Saal) aufgewachsen und hat in Etzenerlen und Ruswil die Schulen besucht. Nach der Ausbildung bis zum Meisterlandwirt folgten Weiterbildungen im Bereich Werbefotografie, Marketing und Verkauf sowie TQM Management. Im Jahre 2000 gründete Galliker die Visionaer AG, die heute 8 Mitarbeitende beschäftigt. Der 44-jährige Pius Galliker ist verheiratet mit Antoinette und Vater von zwei Kindern (Linda 9, orina 6). Im Trägerverein für innovative Regionalprojekte (Tirekt) ist er mit der Projektleitung betraut. In seiner knappen Freizeit geniesst er die Familie, Freunde und feiner HiFi-Stereo-Sound.

Hier finden Sie Bilder von Anlässen aus der Region. Aktuell: Ruswil: Rückkehr von Jungwacht und Blauring aus dem Sommerlager 2017.
 
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